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Willy RAST

In der Bildwelt Willy Rasts verdichten sich die rhythmisch und mit breitem Pinsel angelegten, im Malduktus oft welligen Hintergründe zu menschlichen Figuren mit symbolischem Gestus, die je nach dem Grad ihrer Ausführung unterschiedliche Zustände des Werdens (oder doch des Vergehens?) zeigen – suggestive Momentaufnahmen der malerischen Reflexion zu existentiellen Themen. Der malerische Entstehungsprozess dient nicht nur der Bildfindung sondern auch der reflexiven Bewältigung der auftauchenden Fragen – derart ist jede Bildgenese eine korrelative Dynamik zwischen inhaltlichen und künstlerischformalen Fragen, die Bildentstehung ein „Findungsprozess“ (W. Rast), der immer wieder überprüft wird. Willy Rast nimmt sich als malerischer „Produzent“ seiner Bildwelten sehr oft zurück und wird gleichsam zum meditativen Beobachter der erreichten Bildform, um sie von Neuem zu befragen, um sie weiterzudenken – Revisionen und Korrekturen, neue Denk- und Malmöglichkeiten bleiben dabei nicht aus. Dem entsprechend entstehen die verdichteten symbolischen Bildformen zumeist in einem langen, oft über Jahre sich erstreckenden Zeitraum – unterbrochen von ständiger Befragung der „Gültigkeit“ des Erreichten. Auch der malerische Duktus verrät einiges von diesem schrittweisen Findungsprozess symbolisch konzentrierter Inhalte. Meist lösen sich die Figuren kaum aus ihren angestammten Hintergründen zu eindeutig konturierten Gestalten sondern ergeben sich beinahe zögerlich aus ineinander verwobenen Farbpartien und werden teilweise wieder verdeckt oder gehen sogar wieder in die rein malerischen, abstrakt gehaltenen Farbflächen über. Dabei kann kaum eindeutig gesagt werden, ob sich diese Figuren einem unbestimmten Raum entwinden oder ob sie wieder darin aufgehen. Die rhythmischen, vielschichtigen und die Homogenität verweigernden Farbflächen verlaufen in Schlieren der abtropfenden Farbe über die untere Bildhälfte – als wollte der Maler damit sagen, dass das Bild in Wahrheit immer noch Teil der Schwerkraft und damit auch der Wirklichkeit, dass es immer noch vorläufig ist – scheinbar darauf wartend, dass die abtropfenden Farbspuren wieder aufgenommen und in das Bild „verstrickt“ werden. Mit diesen Abtropfspuren verweigert der Maler aber auch ganz bewusst den Eindruck einer ästhetischen Geschlossenheit, weder Bild noch Thema verengen sich zu einer vorgetäuschten „heilen“ Welt – die Antwort ist nicht ausreichend, allzu viele Fragen bleiben offen und beunruhigend. Gerade weil die Figuren gegenüber der restlichen Bildfläche nicht eindeutig abgetrennt sind sondern eher unruhig darin verhaftet bleiben und sich vielmehr als schemenhafte „Wesen“ zeigen, wirken sie im Netz ihrer Textur völlig isoliert, in sich gekehrt in sprachloser Expressivität und zumeist über einem bodenlosen Abgrund „gefangen“. So sehr der Maler Willy Rast an figurativer Gegenständlichkeit festhalten möchte – gleichsam um diese Objekthaftigkeit als „eindeutige Bezeichnung“ gegenüber der interpretatorischen „Offenheit“ und Ambiguität abstrakter Malerei zu betonen, d. h. um die Bild-Aussage „auf den Begriff“ zu bringen, so sehr löst sich die Solidität und Eindeutigkeit des malerischen „Bezeichnens“ auf – ikonische Zeichen sind eben immer auch „metaphorisch“ und ambivalent. Dies zeigt sich etwa in der Figur des Narziss, die der Maler nicht als Verdoppelung in sich selbst spiegelt, sondern die sich in einer anderen Figur „spiegelt“, um damit die Hoffnung auf eine Überwindung des egozentrischen Narzissmus auszudrücken. Mehrdeutig ist auch das Motiv der nach oben gerichteten Hand, die in ein diffuses Schädel- Gemenge reicht – sie könnte sowohl mit einem Hitler-Gruß wie auch mit einer hoffnungsvollen, nach oben strebenden Geste assoziiert werden.

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